In der Nacht kommt bei der Annäherung an das letzte große Verkehrstrennungsgebiet im Englischen Kanal Dünung auf - 1 bis 2 m. Woher bloß, wir haben keinen bzw. kaum Wind. Um Mitternacht haben Steffi und Olli das VTG an backbord passiert und müssen 8 fischenden Fahrzeugen bzw. Trawlern ausweichen. Radar und AIS helfen zwar, doch die fischenden Fahrzeuge haben Festbeleuchtung, so sind die Lichter schwer auszumachen. Darüber hinaus besteht der Verdacht auf Schleppnetze und unsere Kursänderungen bestätigen die Fischer mit weiteren Richtungsänderungen, die weitere Kursänderungen unsererseits auslösen. Kaum ist das Fischer-Theater vorbei, werden die beiden mit springenden Delphinen entschädigt! Sie sollen ganz dicht (ca. 0,5-1 m) neben der Yacht bis zur Relingshöhe gesprungen sein.
Der Skipper ist am Morgen ein bißchen neidisch, als er vom nächtlichen Schauspiel erfährt ...
Die Wetterdienste verkünden neben Biskaya-Sturm für uns nordöstliche Winde 3, etwas zunehmend, strichweise diesig, See 1 m. Die nächtlichen Segelversuche mussten mangels hinreichendem Wind immer abgerochen werden - die längste Segelphase hatte der Skipper in seiner Alleinwache von über einer Stunde.
Motorgeräusch, bedeckter Himmel, anhaltender Schlafmangel, Kostenrechnung, die rollende Yacht in der Dünung, wenig Wind lassen langsam ein gewisses Reizklima durchscheinen, das aufklart, als wir nachmittags doch endlich wieder Segel setzen können. Später segeln wir durch den Kanal du Four und können gut den Gezeitenstrom nutzen - er bringt uns bis zu über 4 Knoten Fahrt über Grund zusätzlich.
Um 2000 machen wir längsseits an der Außenmole in Camaret sur Mer fest. Im Anschluß ein drei-Gänge-Menü im französischen Restaurant belebt die Lebensgeister und der Skipper beschließt, die Crew soll morgen erstmal lang ausschlafen... |